17. Mai 2020, 17 Uhr Kapelle

 

"Tonarten erzählen"

In der Barockzeit war es sehr verbreitet, einer Tonart einen bestimmten Charakter zuzuschreiben. So galt D-Dur z.B. als „freudig, kriegerisch und strahlend“, Es-Dur als „majestätisch, glänzend aber auch sanft“.

In Quellen seit der frühen Barockzeit tauchen immer wieder systematische Kodizes zur Tonartencharakteristik auf. Vergleicht man allerdings Niederschriften zur Charakteristik der Tonarten aus verschiedenen Zeiten und unterschiedlichen Regionen, so finden sich jede Menge Widersprüche. Befragt man z.B. zur Tonart Es-Dur nicht wie oben die Komponisten und Musiktheoretiker Johann Mattheson und Johann Joachim Quantz, sondern den Franzosen Marc-Antoine Charpentier, so finden wir dort zu Es-Dur den Kommentar: ‚grausam und roh‘. Darüber hinaus spielen manchmal für die Verwendung einer Tonart auch ganz pragmatische Gründe eine Rolle: Trompeten waren z.B. häufig auf den Grundton D gestimmt. Deswegen wurden viele feierliche und freudige Stücke, die Trompeten einsetzen, in D-Dur komponiert.

Das Konzertprogramm der Austrian Baroque Company bringt in seiner farbenreichen Instrumentalbesetzung verschiedene Aspekte von Tonartencharakteristik zum Erklingen und durchstreift in voller Bandbreite von sanft und klagend bis freudig und kriegerisch die verschiedenen Temperamente, die den Tonarten zugeschrieben werden.

 

Musik von Alessandro Poglietti, Johann Joseph Fux, Heinrich Schmelzer,  u.a.

 

Austrian Baroque Company
Michael Oman, Blockflöten
Wolfgang Gaisböck, Naturtrompete
Wolfgang Heiler, Barockfagott
Daniel Oman, Barockgitarre
Verena Sennekamp, Barockcello
Martina Schobersberger, Cembalo und Orgel

 


 

 

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